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Flottes Sandwichbrot

Nach längerer Zeit poste ich hier mal wieder ein wirklich einfaches Rezept, mit dem ohne jeglichen Aufwand ein leckeres und fluffiges Sandwichbrot gebacken werden kann. Es wird bewusst auf Vorteige verzichtet, weil sich im Teig möglichst wenig Histamin bilden soll. Dank der geringen Hefemenge von nur 1 Prozent reift der Teig trotzdem lange genug, um spürbare Aromen zu entwickeln. Genaueres dazu später.

Zwei Scheiben Sandwichbrot mit feiner, gleichmäßiger Krume

Zuvor kann ich von einem „Kurz-Ausflug“ nach Österreich, genauer gesagt nach Vorarlberg, berichten, den ich mit meiner Frau zusammen vor einer Woche unternommen habe. Eingeladen hatte mich Stefan Bösch, den ich seit fast zehn Jahren kenne. Er ist Geschäftsführer von Lustenauer Senf. Für Bekannte und Mitarbeiterinnen habe ich dort einen kleinen privaten Backkurs gegeben. Auf dem Programm standen Klassiker wie Baguette, weiße Brötchen, Fladenbrot und Ruchbrot. Es war ein tolles Erlebnis und wie immer konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer abends reichlich selbstgebackenes Brot mit nach Hause nehmen. Kleiner Tipp von mir: der Senf ist qualitativ spitze und wirklich einen Versuch wert.

Elektroauto an einer Schnellladestation während der Anreise
Auf in den Süden – natürlich elektrisch 🙂
Französisches Baguette, längs aufgeschnitten, mit offener Porung
Baguettes wie sie sein sollten
Aufgeschnittenes weißes Brötchen mit lockerer Krume auf einem Pide
Leckere Semmeln
Frisches Fladenbrot zum Mittagessen
Locker-luftiges Pide zum Mittagessen
Knuspriges Fladenbrot
Knuspriges Fladenbrot
Ruchbrot-Teiglinge in Gärkörbchen und Baguette-Teiglinge auf dem Bäckerleinen
Baguette-Teiglinge + Ruchbrote

Nach erfolgreichem Kurs sind wir noch zwei Tage geblieben, um etwas in der schon leicht herbstlich gestimmten Umgebung zu wandern. Neben der Rappenlochschlucht nahe Dornbirn haben wir eine Wanderung rund um den Staufen nahe Hohenems gemacht. Dabei gab es teils spektakuläre Naturschauspiele, die ich Euch nicht vorenthalten möchte.

Blick in die Rappenlochschlucht mit Wasserfall und Herbstwald
Blick in die Rappenlochschlucht
Wasserfall in der Rappenlochschlucht bei Dornbirn mit türkisfarbenem Becken
Wasserfall in der Rappenlochschlucht
Bergbach mit Kiesbett und herbstlich gefärbten Buchen
Bergbach im Herbstlaub
Freigelegte, moosbewachsene Baumwurzeln am Wanderweg im Bergwald
Schmaler Wanderweg am Berghang auf der Rundwanderung um den Staufen
Bergpanorama mit Wolkenbändern im Tal, gesehen von der Staufen-Wanderung
Wunderbares Bergpanorama
Alter Bergahorn im Herbstlaub auf einer Bergwiese am Staufen
Sonnenstrahlen fallen durch den Fichtenwald am Staufen
Herrlich mystisch
Lichtstrahlen im Morgennebel zwischen Ahornblättern
Gegenlicht durch herbstliches Laub im Wald

Das Sandwichbrot: einfach, mild und fluffig

Warum ohne Vorteig?

Lange Teigführungen, Vorteige und vor allem Sauerteige sorgen für viel Aroma. Dabei bilden Milchsäurebakterien aber auch biogene Amine wie Histamin. Wer unter einer Histaminintoleranz leidet, verträgt Brote aus direkt geführten Hefeteigen deshalb oft besser. Bei diesem Rezept kommen alle Zutaten in einem Schritt in die Knetschüssel. Damit das Brot trotzdem nicht fade schmeckt, verwende ich nur 1 Prozent Frischhefe: Der Teig braucht so insgesamt drei bis vier Stunden Gare und entwickelt in dieser Zeit ein angenehm mildes Aroma.

Was die Zutaten bewirken

Die Milch macht die Krume weich und feinporig und sorgt dank des Milchzuckers für eine schöne goldbraune Kruste. Die Butter hält das Brot länger saftig. Der Malzextrakt gibt der Hefe Futter, unterstützt die Bräunung und rundet den Geschmack ab. Mit 50 Prozent Weizenvollkornmehl bekommt das Sandwichbrot mehr Ballaststoffe und einen kräftigeren, leicht nussigen Geschmack, bleibt aber trotzdem schön locker.

Tipps für das Gelingen

  • Ich backe die beiden Brote in Kastenformen aus aluminiertem Stahlblech für etwa 1 kg Teig, Maße 23 × 11 × 9,5 cm (mehr dazu unter Mein Zubehör).
  • Ob das Brot durchgebacken ist, prüft man am einfachsten mit der Klopfprobe: Aus der Form gestürzt, sollte es beim Klopfen auf die Unterseite hohl klingen.
  • Die Brote direkt nach dem Backen aus der Form nehmen, sonst werden die Seiten beim Abkühlen durch Schwitzwasser sehr feucht.
  • Bitte möglichst erst anschneiden, wenn das Brot vollständig ausgekühlt ist. Vorher ist die Krume noch nicht ganz fest und wird beim Schneiden leicht klitschig.
  • In einer Brotdose oder einem Beutel bleibt das Sandwichbrot drei bis vier Tage frisch. In Scheiben eingefroren lässt es sich bei Bedarf direkt gefroren toasten.

Vegane Variante

Mit Hafermilch statt Milch und Margarine statt Butter wird das Brot vegan. Zum Süßen dann Malzextrakt, Melasse oder Dattelsirup verwenden, aber keinen Honig.

Doch nun zum „schnellen“ Rezept:

Zwei Scheiben Sandwichbrot mit feiner, gleichmäßiger Krume
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Flottes Sandwichbrot

Ein einfaches, direkt geführtes Rezept für fluffiges Sandwichbrot mit 50 % Weizenvollkornmehl
Gericht Brot, Sandwichbrot
Küche Hefeteig
Suchbegriff Weizenvollkornmehl
Zubereitungszeit 20 Minuten
Gesamtzeit 4 Stunden 30 Minuten
Servings 2 Brot-/e

Zutaten

  • 500 g Milch kalt, alternativ Hafermilch
  • 190 g Wasser kalt
  • 10 g Frischhefe
  • 500 g Weizenvollkornmehl
  • 500 g Weizenmehl 550
  • 22 g Salz
  • 20 g Malzextrakt Alternativ: Honig, Melasse, Dattelsirup
  • 20 g Butter alternativ: Margarine

Anleitungen

  • Die Zutaten in der angegebenen Reihenfolge in den Kneter geben und bei langsamer Knetgeschwindigkeit etwa 10 bis 15 Minuten zu einem glatten Teig verkneten.
  • Den Teig in der Knetschüssel 90 bis 120 Minuten reifen lassen. Er sollte sein Volumen verdoppeln.
  • Auf die Arbeitsfläche geben und in zwei Teigstücke von etwa 880 g teilen.
  • Die Teigstücke erst rundwirken, dann straff langwirken und mit dem Schluss nach unten in die Backform geben.
  • Bei Raumtemperatur weitere 90 bis 120 Minuten aufgehen lassen. Der Teigling sollte danach die Form ausfüllen und seine Kuppel 1–2 cm über den Rand hinausragen. Den Ofen rechtzeitig auf 230 °C Ober-/Unterhitze vorheizen.
  • Teigoberfläche mit Wasser besprühen und die Formen einschießen. Gut schwaden.
  • Die Brote abfallend auf 190 °C insgesamt 45 Minuten backen.
  • Nach dem Backen mit Wasser absprühen und auskühlen lassen.
Selbstgebackenes Sandwichbrot aus der Kastenform mit goldbrauner Kruste

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Brotreise: Paris (2025)

Erstes Ziel: der Eiffelturm

Nach einer dringend notwendigen Auszeit vom Bloggen (nicht vom Backen 🙂 ) melde ich mich mit einem kleinen Bericht zurück. Vor zwei Wochen habe ich mir eine Brotreise nach Paris gegönnt. Paris ist für mich persönlich einer der größten Sehnsuchtsorte was die Kulinarik angeht. Das bezieht sich sowohl auf Brot und Kleingebäck, als auch auf die Patisserie, Chocolaterie und die Restaurantkultur.

Selbst wenn man sich nicht auskennt, wo die Qualität stimmt, ist es unvergleichlich wahrscheinlicher als in Berlin, Hamburg, Köln usw., in dieser Stadt gute Lebensmittelqualität zu finden. Lebensmittel, die handwerklich hergestellt sind von Menschen, die Geschmack, Optik, Haptik und Textur noch über alles stellen. Und wo diese Qualität auch ihren Preis haben darf und von den Menschen dennoch geschätzt und genossen wird.

Ich will hier nicht allzusehr verallgemeinern. Auch in Paris gibt es viel Convenience-Food und ex-und-hopp Nahrung. Aber es macht einfach Spaß, in so vielen verschiedenen Bäckereien ein optisches und geschmackliches Highlight nach dem anderen zu entdecken. So ging es mir auch vor 11 Jahren, als ich schon einmal die Gelegenheit zu einer Brotreise nach Paris hatte.

Mein Freund Oliver Distelkamp hatte mich schon mehrfach zu einer erneuten Brotreise nach Paris eingeladen, was nun schon dreimal aus familiären oder beruflichen Gründen nicht geklappt hat. In Zusammenarbeit mit der „Ecole de Boulangerie et Patisserie“ im Pariser Stadteil Bercy bietet er nämlich einmal jährlich ein solches Brot-Highlight an. Ein zweitägiger Backkurs unter Leitung einer französischen Backlehrerin, garniert mit einem ausführlichen Gang durch die Stadt zu einigen der besten Bäckereien und Patisserien von Paris.

Ich bin schon am Vortag mit dem Zug angereist und habe zu Fuß die Stadt etwas erkundet. Leider war es im wärmsten Mai aller Zeiten zufällig recht kühl, windig und vor allem regnerisch, so dass ich ordentlich nass wurde. Es war aber trotzdem wieder mal eindrücklich, durch diese wundervolle Stadt zu schreiten und die vielen Eindrücke aufzunehmen.

Angekommen am ehrwürdigen Gare du Nord
Tuielerie Garten
Typische Straßenansicht
Die Metro
Straßengeschäft im Marais

Abends haben wir uns dann zum ersten mal mit den Kursteilnehmern getroffen und authentische französische Küche im Restaurant „Auberge Aveyronnaise“ genossen. Dieses Restaurant bekommt eine echte Empfehlung von mir und ist einen Besuch mehr als wert. Reservierung ist unbedingt zu empfehlen! Das Restaurant war bis auf den letzten Platz an diesem Mittwoch Abend voll.

Am nächsten Morgen trafen wir uns dann zunächst zum Rundgang durch die besten Pariser Bäckereien und Konditoreien. Insgesamt 8 km haben wir zu Fuß zurückgelegt, die sich aber mehr als gelohnt haben. Die Adressen habe ich mir natürlich gespeichert – hier könnt ihr sie ansehen. Ich kann jede einzelne dieser Bäckereien und Restaurants empfehlen.

Los gehts mit der Metro
Rue Oberkampff – hier gleich zwei Highlights
An der Metro Les Halles, tolle Baguettes
Porung..
Patisserie Stohrer
Da konnte ich nicht widerstehen
Im jüdischen Viertel
Croissants von „Graine“
Exzellent!!

Nachmittags ging es dann in die Bäckerei. Unter der fachkundigen Anleitung von Bäckerin Aurelia und Brotsommelier Yanick Behrendt, der für uns übersetzt hat, wurden mehrere typische Brote und Kleingebäcke vorbereitet und am nächsten Tag hergestellt und gebacken. Wenn mir auch schon vieles bekannt war, war es wieder einmal toll, einer französischen Bäckerin über die Schultern zu blicken und zu sehen, mit welchem Geschick die wunderbaren Backwaren hergestellt wurden. Dabei durften wir auch bei fast jedem Gebäck selbst Hand anlegen. Wir hatten auch Gelegenheit, den französischen Patisserie-Schülern bei der Arbeit zuzusehen.

Die Backschule
Teige herstellen
Croissantteig tourieren
Rustikales Landbrot
Croissant und Pain au Chocolat
Die Produkte der Meisterschüler
Unsere Croissants
Unsere Ergebnisse

Diese Reise hat mir sehr gefallen und mir auch im Hinblick auf meine Backmotivation richtig gut getan. Ein einmaliges Erlebnis, das ich nur jedem mit Interesse an der französischem Backkunst empfehlen kann.

In Kürze gibt es von mir auch wieder neue Rezepte. Ich habe mit einem Vollkornmehl aus weißem Weichweizen Backtests machen dürfen und ein Brotrezept damit entwickelt.

Disclaimer: Der Beitrag enthält einen Link zur kommerziellen Seite Deligio.de. Hierfür habe ich keine Zuwendungen erhalten. Die Brotreise und den Kurs habe ich vollständig selbst finanziert.

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