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Flottes Sandwichbrot

25 October 2026 at 12:28

Nach längerer Zeit poste ich hier mal wieder ein wirklich einfaches Rezept, mit dem ohne jeglichen Aufwand ein leckeres und fluffiges Sandwichbrot gebacken werden kann. Es wird bewusst auf Vorteige verzichtet, weil sich im Teig möglichst wenig Histamin bilden soll. Dank der geringen Hefemenge von nur 1 Prozent reift der Teig trotzdem lange genug, um spürbare Aromen zu entwickeln. Genaueres dazu später.

Zwei Scheiben Sandwichbrot mit feiner, gleichmäßiger Krume

Zuvor kann ich von einem „Kurz-Ausflug“ nach Österreich, genauer gesagt nach Vorarlberg, berichten, den ich mit meiner Frau zusammen vor einer Woche unternommen habe. Eingeladen hatte mich Stefan Bösch, den ich seit fast zehn Jahren kenne. Er ist Geschäftsführer von Lustenauer Senf. Für Bekannte und Mitarbeiterinnen habe ich dort einen kleinen privaten Backkurs gegeben. Auf dem Programm standen Klassiker wie Baguette, weiße Brötchen, Fladenbrot und Ruchbrot. Es war ein tolles Erlebnis und wie immer konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer abends reichlich selbstgebackenes Brot mit nach Hause nehmen. Kleiner Tipp von mir: der Senf ist qualitativ spitze und wirklich einen Versuch wert.

Elektroauto an einer Schnellladestation während der Anreise
Auf in den Süden – natürlich elektrisch 🙂
Französisches Baguette, längs aufgeschnitten, mit offener Porung
Baguettes wie sie sein sollten
Aufgeschnittenes weißes Brötchen mit lockerer Krume auf einem Pide
Leckere Semmeln
Frisches Fladenbrot zum Mittagessen
Locker-luftiges Pide zum Mittagessen
Knuspriges Fladenbrot
Knuspriges Fladenbrot
Ruchbrot-Teiglinge in Gärkörbchen und Baguette-Teiglinge auf dem Bäckerleinen
Baguette-Teiglinge + Ruchbrote

Nach erfolgreichem Kurs sind wir noch zwei Tage geblieben, um etwas in der schon leicht herbstlich gestimmten Umgebung zu wandern. Neben der Rappenlochschlucht nahe Dornbirn haben wir eine Wanderung rund um den Staufen nahe Hohenems gemacht. Dabei gab es teils spektakuläre Naturschauspiele, die ich Euch nicht vorenthalten möchte.

Blick in die Rappenlochschlucht mit Wasserfall und Herbstwald
Blick in die Rappenlochschlucht
Wasserfall in der Rappenlochschlucht bei Dornbirn mit türkisfarbenem Becken
Wasserfall in der Rappenlochschlucht
Bergbach mit Kiesbett und herbstlich gefärbten Buchen
Bergbach im Herbstlaub
Freigelegte, moosbewachsene Baumwurzeln am Wanderweg im Bergwald
Schmaler Wanderweg am Berghang auf der Rundwanderung um den Staufen
Bergpanorama mit Wolkenbändern im Tal, gesehen von der Staufen-Wanderung
Wunderbares Bergpanorama
Alter Bergahorn im Herbstlaub auf einer Bergwiese am Staufen
Sonnenstrahlen fallen durch den Fichtenwald am Staufen
Herrlich mystisch
Lichtstrahlen im Morgennebel zwischen Ahornblättern
Gegenlicht durch herbstliches Laub im Wald

Das Sandwichbrot: einfach, mild und fluffig

Warum ohne Vorteig?

Lange Teigführungen, Vorteige und vor allem Sauerteige sorgen für viel Aroma. Dabei bilden Milchsäurebakterien aber auch biogene Amine wie Histamin. Wer unter einer Histaminintoleranz leidet, verträgt Brote aus direkt geführten Hefeteigen deshalb oft besser. Bei diesem Rezept kommen alle Zutaten in einem Schritt in die Knetschüssel. Damit das Brot trotzdem nicht fade schmeckt, verwende ich nur 1 Prozent Frischhefe: Der Teig braucht so insgesamt drei bis vier Stunden Gare und entwickelt in dieser Zeit ein angenehm mildes Aroma.

Was die Zutaten bewirken

Die Milch macht die Krume weich und feinporig und sorgt dank des Milchzuckers für eine schöne goldbraune Kruste. Die Butter hält das Brot länger saftig. Der Malzextrakt gibt der Hefe Futter, unterstützt die Bräunung und rundet den Geschmack ab. Mit 50 Prozent Weizenvollkornmehl bekommt das Sandwichbrot mehr Ballaststoffe und einen kräftigeren, leicht nussigen Geschmack, bleibt aber trotzdem schön locker.

Tipps für das Gelingen

  • Ich backe die beiden Brote in Kastenformen aus aluminiertem Stahlblech für etwa 1 kg Teig, Maße 23 × 11 × 9,5 cm (mehr dazu unter Mein Zubehör).
  • Ob das Brot durchgebacken ist, prüft man am einfachsten mit der Klopfprobe: Aus der Form gestürzt, sollte es beim Klopfen auf die Unterseite hohl klingen.
  • Die Brote direkt nach dem Backen aus der Form nehmen, sonst werden die Seiten beim Abkühlen durch Schwitzwasser sehr feucht.
  • Bitte möglichst erst anschneiden, wenn das Brot vollständig ausgekühlt ist. Vorher ist die Krume noch nicht ganz fest und wird beim Schneiden leicht klitschig.
  • In einer Brotdose oder einem Beutel bleibt das Sandwichbrot drei bis vier Tage frisch. In Scheiben eingefroren lässt es sich bei Bedarf direkt gefroren toasten.

Vegane Variante

Mit Hafermilch statt Milch und Margarine statt Butter wird das Brot vegan. Zum Süßen dann Malzextrakt, Melasse oder Dattelsirup verwenden, aber keinen Honig.

Doch nun zum „schnellen“ Rezept:

Zwei Scheiben Sandwichbrot mit feiner, gleichmäßiger Krume
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Flottes Sandwichbrot

Ein einfaches, direkt geführtes Rezept für fluffiges Sandwichbrot mit 50 % Weizenvollkornmehl
Gericht Brot, Sandwichbrot
Küche Hefeteig
Suchbegriff Weizenvollkornmehl
Zubereitungszeit 20 Minuten
Gesamtzeit 4 Stunden 30 Minuten
Servings 2 Brot-/e

Zutaten

  • 500 g Milch kalt, alternativ Hafermilch
  • 190 g Wasser kalt
  • 10 g Frischhefe
  • 500 g Weizenvollkornmehl
  • 500 g Weizenmehl 550
  • 22 g Salz
  • 20 g Malzextrakt Alternativ: Honig, Melasse, Dattelsirup
  • 20 g Butter alternativ: Margarine

Anleitungen

  • Die Zutaten in der angegebenen Reihenfolge in den Kneter geben und bei langsamer Knetgeschwindigkeit etwa 10 bis 15 Minuten zu einem glatten Teig verkneten.
  • Den Teig in der Knetschüssel 90 bis 120 Minuten reifen lassen. Er sollte sein Volumen verdoppeln.
  • Auf die Arbeitsfläche geben und in zwei Teigstücke von etwa 880 g teilen.
  • Die Teigstücke erst rundwirken, dann straff langwirken und mit dem Schluss nach unten in die Backform geben.
  • Bei Raumtemperatur weitere 90 bis 120 Minuten aufgehen lassen. Der Teigling sollte danach die Form ausfüllen und seine Kuppel 1–2 cm über den Rand hinausragen. Den Ofen rechtzeitig auf 230 °C Ober-/Unterhitze vorheizen.
  • Teigoberfläche mit Wasser besprühen und die Formen einschießen. Gut schwaden.
  • Die Brote abfallend auf 190 °C insgesamt 45 Minuten backen.
  • Nach dem Backen mit Wasser absprühen und auskühlen lassen.
Selbstgebackenes Sandwichbrot aus der Kastenform mit goldbrauner Kruste

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Würzige Käsebrötchen

22 May 2024 at 16:19

Vor 12 Jahren habe ich mein erstes Käsebrötchenrezept für meine Töchter entwickelt. Ein Volltreffer – die OGS meiner damaligen Grundschülerinnen war total begeistert. Die Mädels sind inzwischen fast alle erwachsen – lang ist es her. Das sehr einfache und sicher reproduzierbare Rezept ist inzwischen auch in meinem Heimatbrote-Backkurs Standardrezept geworden, weil es so gut ist.

Vollkorn-Käsebrötchen

An diesem Wochenende war mir mal wieder nach Käsebrötchen. Diesmal allerdings als würzigere Variante mit Vollkornmehl und Sauerteig, was durchaus gelungen ist. Freunde eines kräftigeren Geschmacks kommen so auf ihre Kosten und solche Käsebrötchen habe ich noch in keiner Bäckerei gesehen oder gekostet. Wenn ihr sie nachbackt gebt mal Nachricht, ob Euch die Kombination gefallen hat.

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Würzige Käsebrötchen

Die Vollkornvariante meiner Käsebrötchen
Gericht Brötchen
Küche Hefeteig
Keyword Käse, Weizenvollkornmehl
Lange kalte Stückgare 12 Stunden
Portionen 19 Brötchen

Zutaten

Weizensauerteig

  • 55 g Wasser
  • 10 g Sauerteig-Anstellgut
  • 110 g Weizenvollkornmehl

Hauptteig

  • 665 g Wasser kalt
  • 690 g Weizenvollkornmehl
  • 200 g Weizenmehl 550
  • 20 g Gerstenmalzmehl inaktiv
  • 175 g reifer Vorteig
  • 8 g Frischhefe
  • 22 g Salz
  • 20 g Olivenöl

Anleitungen

  • Für den Sauerteig das Anstellgut in das Wasser einrühren. Das Mehl zugeben und untermischen. Von Hand zu einer runden Teigkugel kneten. In einer Schüssel abgedeckt 12 bis 14 Stunden reifen lassen.
  • Die Hauptteigzutaten in die Knetschüssel geben und bei langsamer Knetgeschwindigkeit zu einem mittelfesten glatten Teig kneten.
  • Den Teig abgedeckt 60 bis 90 Minuten ruhen lassen.
  • Den Teig auf der bemehlten Arbeitsfläche in 19 Teiglinge von etwa 90 g teilen. Die Teiglinge straff rundschleifen.
  • Ein Leinentuch auf einem Back- oder Lochblech platzieren. Die Teiglinge mit Schluss oben in das Leinentuch einziehen und abdecken. Entweder abgedeckt 12 bis 14 Stunden im Kühlschrank, oder 70 bis 80 Minuten bei Raumtemperatur reifen lassen.
  • Den Ofen auf 220 °C vorheizen (Heißluft-/Umluft).
  • Käsescheiben so zurechtschneiden, dass sie etwa so groß wie die reifen Teiglinge sind. Die Teiglinge auf ein Blech legen (Schluss unten) und auf jeden Teigling eine Käsescheibe legen.
  • In den Ofen einschießen und die Temperatur auf 200 °C reduzieren. Ca. 18 bis 19 Minuten abbacken bis der Käse geschmolzen und goldbraun geworden ist.
vor der Stückgare
Nach der Stückgare

Linsenschrot-Kasten

3 March 2024 at 11:35

In den letzten Wochen habe ich wieder fast meine gesamte Freizeit in das neue Buchprojekt investiert. Zum einen war am 28.02. die Manuskriptabgabe terminiert, zum anderen mussten noch einige Rezepte im Atelier des Fotografen gebacken und in Szene gesetzt werden. All das ist nun geschafft und jetzt kommt die Phase, in der der Verlag das Lektorat durchführt und das Buchlayout entwirft. Alles in Allem bin ich sehr zufrieden und gespannt auf das Ergebnis!

Viel mehr kann ich leider noch nicht verraten, da noch nichts offiziell vom Verlag öffentlich gemacht worden ist. Nur eines vielleicht: das heutige Rezept würde auch gut in das neue Buch passen :-).

Hier kombinieren sich die Nähr- und Ballaststoffe des vollen Weizenkorns mit eiweißreichem Linsenschrot, welches zudem noch einige zusätzliche B-Vitamine und Spurenelemente mit in den Teig bringt. Linsen zählen zu den Hülsenfrüchten (Leguminosen), die aus medizinischer Sicht eine hochinteressante Brotzutat sind.

Ziel ist auch, das Brot so nahrhaft und gesundheitsförderlich wie möglich zu machen, ohne dabei einen Ziegelstein zu produzieren. Hierzu werden einige Kniffe angewandt, um eine möglichst große Menge gebundenes Wasser im Teig unterzubringen und dennoch eine gute Kleberstruktur zu erhalten. Die Anleitung mag sich „kompliziert“ lesen, hat aber in sich Sinn und sollte möglichst so befolgt werden.

Ich hoffe, dass Euch das Brot so gut gefällt wie meiner Familie und mir.

Eine kleine Ankündigung kann ich an dieser Stelle noch machen: Am 16.03.24 und 23.03.2024 bin ich zweimal zu Gast in der Radiosendung „Alles in Butter“ mit Helmut Gote. Die Sendung läuft immer Samstags auf WDR 5 jeweils um 14:04 Uhr, kann aber auch in der Mediathek gestreamt werden. In der ersten Sendung geht es allgemein um das Hobbybacken von Brot, die zweite Sendung ist eine „Live – Brotsprechstunde“. Hörer können anrufen und ihre Fragen zum Brotbacken stellen. Ich bin schon sehr gespannt auf die Sendungen und würde mich freuen, wenn der eine oder andere mal reinhört.

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Linsenschrot-Kasten

Ein nähr- und ballaststoffreiches Power-Brot
Gericht Brot
Küche Weizensauerteig
Keyword Linsen, Selbstgemahlen, Weizenvollkornmehl
Zeitbedarf am Backtag 7 Stunden 30 Minuten
Portionen 2 Brot-/e

Zutaten

Sauerteig

Autolyseteig

Linsenschrot-Brühstück

  • 150 g Linsenschrot grob ich: Beluga Linsen
  • 300 g Wasser kochend

Hauptteig

  • 1530 g Autolyseteig
  • 300 g reifer Sauerteig
  • 24 g Salz
  • 20 g Dattelsirup oder Ahornsirup (optional)
  • 1 g Frischhefe (optional)
  • 450 g Brühstück zum Schluß einkneten

Anleitungen

  • Wenn ihr frisch mahlt, 1000 g Weizenkörner auf feinster Einstellung zu Mehl mahlen. Mit einem Sieb die groben Schalenanteile aussieben (bei mir ca. 80 g). Die Kleie beiseite stellen und später zum Brühstück geben. Ihr könnt alternativ fertiges Vollkornmehl verwenden – dieses braucht nicht gesiebt werden.
  • Mit 100 g des ausgesiebten Mehls den Sauerteig ansetzen und 2 Stunden bei 28 – 30 °C reifen lassen.
  • 150 g Linsen in der Mühle oder alternativ im Multizerkleinerer zu grobem Schrot mahlen. In eine Schüssel geben. Wenn ihr das Mehl ausgesiebt habt, gebt die Kleie mit zum Linsenschrot und übergießt alles mit 300 g kochendem Wasser, dann gut durchrühren. 2 Stunden abkühlen lassen.
  • Den Rest des Weizenmehls (820 g wenn gemahlen und ausgesiebt oder 900 g wenn fertiges Mehl) mit 630 g Wasser verrühren und 1 bis 2 Stunden quellen lassen.
  • Sobald der Sauerteig gute Aktivität zeigt (nach 2 – 2,5 Stunden) und sich etwa verdoppelt hat, kann er zum Hauptteig gegeben werden. In der Knetmaschine bei langsamer Knetgeschwindigkeit einkneten. Das Salz und optional den Dattelsirup zugeben und ebenfalls einkneten.
  • Sobald sich der Teig von der Schüssel löst, kann das abgekühlte Brühstück langsam eingeknetet werden. Der Teig verliert dadurch wieder etwas Bindung. Einfach langsam weiter kneten, bis er sich wieder löst. Den Teig in eine Teigschüssel geben und 2 bis 3 Stunden reifen lassen.
  • Während der Ruhezeit den Teig ein bis zweimal in der Schüssel aufziehen (dehnen und falten). Dabei sollte er eine gewisse Teigspannug aufbauen.
  • Den gereiften Teig auf der Arbeitsfläche in 2 Teiglinge von etwa 1250 g teilen und länglich aufarbeiten. Der Teig ist weich und sollte nicht überstrapaziert werden. In die Kastenform legen.
  • Bei Raumtemperatur beträgt die Reifezeit etwa 2 Stunden. Den Ofen auf 240 °C vorheizen.
  • Sobald der Teigling etwa 1 cm unter dem Rand der Form steht in den Ofen einschießen und schwaden.
  • 60 bis 65 Minuten abfallend auf 210 °C abbacken. Gut auskühlen lassen.
Gemahlenes Linsenschrot mit Kleien
Autolyseteig
Brühstück
Gekneteter Teig
Saftige Krume

Biga-Brot (neu)

28 August 2023 at 18:49

Aus Italien stammt ein interessantes Teigreifungsverfahren, das ich 2020 schon einmal ausprobiert habe, bei den Rosette Soffiate. Hierbei wird ein Großteil des Teiges als sehr fester Biga fast einen ganzen Tag bei Raumtemperatur fermentiert und dann mit dem Restmehl verknetet und weiter verarbeitet.

Geschmacklich fand ich das damals klasse, bloß waren für die Verarbeitung sehr fermentationsstabile und kleberstarke italienische Mehle von Vorteil. Weil sie die Abbauprozesse der Fermentation so gut überstanden, dass der Teig am nächsten Tag gut form- und verarbeitbar war. Mit Standardmehlen scheiterten damals einige Nachbäcker.

Saftig-kerniges Bigabrot mit lockerer Krume

Mit dem damaligen Teig habe ich 2020, das nur nebenbei erwähnt, zum wiederholten Mal das Getriebe unserer Kenwood Gourmet geschrottet, so dass ich dann zu anderen Standardteigknetern wechselte. Aktuell habe ich mich entschieden, mich noch einmal mit diesem Teigreifeverfahren auseinanderzusetzen.

Wie so oft habe ich versucht, das Ganze praktikabler und auch ohne Spezialmehle gut umsetzbar zu machen. Der Biga ist auf 50 Prozent der Mehlmenge geschrumpft, auch das ist schon jenseits gängiger theoretischer Grundlagen. Heraus kam ein wunderbarer Teig, der in verschiedenen Variationen immer bestens funktioniert hat. Durch den bereits hohen Fermentationsgrad des Biga sind schon viele Nährstoffe besser aufgeschlüsselt, haben sich tiefe geschmackliche und olfaktorische Aromen gebildet und ist der Teig sehr gut durchgequollen.

Durch die während der Reifezeit geschehende Hefevermehrung geht der Hauptteig praktischerweise auch sehr rasch am Backtag auf, so dass üblicherweise schon nach 3 Stunden ein fertiges Brot den Ofen verlässt. Hierbei hatte ich fast immer eine tolle Krumen-Porung. Je nach Wassergehalt ging diese zum Teil schon in Richtung Open Crumb – hier müsste man noch etwas an den Reifezeiten spielen und ggf. eine kalte Stückgare einbauen.

Aber es soll ja einfach und schnell sein, ohne auf eine gute Teigreifung zu verzichten. In dieser Version habe ich das Grundrezept um ein Saatenquellstück ergänzt, was diesem saftigen Brot noch zusätzlichen Biss und noch kernigere Aromen gibt. Ich bin gerade vom Verfahren recht angetan und bin gespannt auf Eure Erfahrungen.

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Bigabrot

Tolles Brotrezept für einen kurzen Backtag – ohne auf Teigreifung zu verzichten!
Gericht Brot
Küche Hefeteig
Keyword Biga, Dinkelvollkorn, Saaten
Vorbereitungszeit 15 Minuten
Reifezeit Biga 14 Stunden
Portionen 2 Brot-/e

Zutaten

Biga

  • 250 g Wasser kalt
  • 500 g Dinkelvollkornmehl
  • 2 g Frischhefe

Saatenquellstück

  • 50 g Sesam geröstet
  • 50 g Sonnenblumenkerne geröstet
  • 50 g Leinsamenschrot geröstet
  • 50 g Chiasamen geröstet
  • 200 g Wasser

Hauptteig

  • 400 g Wasser kalt
  • 752 g reifer Biga in Stücken
  • 500 g Weizenmehl 550
  • 22 g Salz
  • 400 g Saatenbrühstück abgekühlt, später einkneten!

Anleitungen

  • Für den Biga die Hefe im Wasser auflösen. Das Mehl zugeben und maschinell gut verkneten. Zu einer Kugel formen und abgedeckt 12 bis 16 Stunden bei Raumtemperatur reifen lassen.
  • Für das Saatenbrühstück die Zutaten in einer Pfanne leicht anrösten, mit dem Wasser übergießen und 1 Stunde abkühlen lassen.
  • Die Hauptteigzutaten bis auf das Saatenbrühstück in der Knetmaschine verkneten, bis ein glatter Teig mit guter Kleberstruktur entstanden ist.
  • Das Saatenbrühstück langsam einkneten, bis es gut im Teig verteilt ist.
  • Den Teig eine Stunde in der Schüssel reifen lassen. Dabei ggf. ein bis zweimal dehnen und falten.
  • Den Teig auf der Arbeitsfläche wie gewünscht formen.
  • Eine Stunde reifen lassen. Derweil den Ofen auf 240 °C Ober-/Unterhitze vorheizen.
  • Das Brot entweder freigeschoben oder in der Form einschneiden und in den Ofen befördern. Gut schwaden.
  • Die Temperatur auf 210 °C reduzieren und 60 Minuten abbacken.
Reifer Vollkornbiga
Biga-Brot als Kastenversion
Freigeschoben mit höherer TA
Mit noch lockerer Krume
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